Jungen Menschen das Abenteuer ihres Lebens ermöglichen

Rund 9000 Mitglieder des International Service Teams (IST) garantieren den reibungslosen Ablauf des 24. World Scout Jamborees in West Virginia. Sie teilen Essen aus, übernehmen Putzdienste und Übersetzungsarbeiten, sie regeln den Busverkehr, leisten erste Hilfe und leeren die Mülltonnen. Ihre Jobs könnten nicht unterschiedlicher sein. Gemeinsam ist ihnen jedoch ihre Motivation: Sie sind nach West Virginia gereist, um ihren Beitrag für diesen einzigartigen Event zu leisten und den jugendlichen TeilnehmerInnen das Jamboree-Erlebnis ihres Lebens zu ermöglichen. Was treibt sie an? Wir haben sechs der insgesamt 39 österreichischen IST befragt.

Margot aus Wien, eigentlich medizinische Sekretärin, auf dem Jamboree Mitglied des Medical Staff:

«Ich bin für die Patientenaufnahme zuständig, die meisten kommen mit Blasen an den Füßen oder einem Sonnenstich zu uns. Mir gefällt die Internationalität an meiner Arbeit hier. Die Hilfsbereitschaft ist unglaublich: Mein Rucksack kam fünf Tage zu spät an und das Medical Team hier hat mir geholfen, die Zeit ohne mein Gepäck zu überstehen: Sie sind sogar mit mir einkaufen gegangen. Das Jamboree ist definitiv eine Erfahrung, die man gemacht haben muss.»

Stephan aus Wien, eigentlich Notfallsanitäter, auf dem Jamboree ist er im Medical Service tätig:

«Ich arbeite mit Ärzten, Krankenpflegepersonal und Apothekern zusammen in einer Außenstelle des Jamboree-Spitals. Zu uns kommen TeilnehmerInnen mit Sonnenstichen, Blasen, Prellungen und manchmal auch Knochenbrüchen. Auch wenn mir manchmal Dinge nahe gehen, macht mir die Arbeit Spaß, da ich weiß, dass sich etwas bewirken kann.»

 

 

Jakob aus Graz, eigentlich Volksschullehrer, auf dem Jamboree ist er im Green&Recycling-Team:

«Wir laufen die einzelnen Programmpunkte ab und kontrollieren, ob die Müllstationen intakt sind und informieren die TeilnehmerInnen über Recycling: Die wenigsten wissen, dass in der Jamboree-Müllhalde Methangas gewonnen wird, das in Strom umgewandelt wird und rund 3000 Haushalt in der Umgebung mit Energie versorgt. Warum ich mich engagiere? Wenn alle an einem Strang ziehen, kann man Dinge vorwärtsbringen. Das gefällt mir.»

 

Philipp aus Wien, eigentlich Radio- und Eventmoderator, auf dem Jamboree Mitglied im Team Media & Communications:

«Bei uns dreht sich alles ums Internet und die verschiedenen Arten Nachrichten zu übermitteln. Die TeilnehmerInnen lernen wie WLAN funktioniert, sie müssen Codes entschlüsseln und Morsemaschinen bedienen. Was mich antreibt, am Jamboree zu arbeiten? Das Erlebnis, das wir den Jugendlichen hier geben können, ist unwiederbringlich. Hier erlebt man Tag für Tag 160 Länder hautnah. Ich möchte den TeilnehmerInnen den Teamgeist näher bringen, ihnen Gemeinsamkeiten aufzeigen und vermitteln, dass verschiedene Kulturen unterschiedliche  Ansätze haben können und man dennoch miteinander über Weltthemen diskutieren kann.»

 

Manfred aus Wien, eigentlich Logistikleiter, auf dem Jamboree Krankentransportfahrer:

«Ich fahre die Medical Points im Camp an und transportiere verletzte TeilnehmerInnen, ins Jamboree-Spital, in gravierenderen Fällen auch ins Krankenhaus nach Beckley. Von Angola bis Zimbabwe habe ich bereits alle Nationen fahren dürfen, rund 80 Personen pro Tag. West Virginia ist bereits mein 4. Jamboree. Hier trifft man auf Menschen aller Länder – ganz ohne politische Vorbehalte, das gefällt mir sehr.»

 

Maximilian aus Wien, eigentlich Student für Informatik, auf dem Jamboree im Rescue-Team:

„So wie man bei uns in Österreich die Rettung rufen würde, bin ich hier im Rescue-Team dafür zuständig, im Notfall schnell Hilfe leisten zu können. Jedes Team hat mindestens einen internationalen und einen US-zertifizierten Sanitäter und bekommt vom US-Militär Hilfseinheiten, die bei größeren Einsätzen unterstützen. Ich engagiere mich, weil ich Spaß daran habe und es mir auch Freude macht, die TeilnehmerInnen glücklich zu sehen.“