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Blick über den Tellerrand hinaus

Am Cultural Celebration Day, einem der Höhepunkte eines jeden World Scout Jamborees, feiern die Pfadfinderinnen und Pfadfinder gemeinsam die Vielfalt der weltweiten Pfadibewegung.

Schottische Pfadfinder in Kilts, nigerianische in Dashikis, japanische in Kimonos und daneben österreichische in Lederhosen und Dirndl: Jugendliche aus aller Welt präsentierten vergangene Woche am 24. World Scout Jamboree ihre farbenfrohe Trachten und zeigten sich ebenfalls neugierig, die kulinarischen Besonderheiten anderer nationalen Küchen kennenzulernen. Continue reading

Die Welt zu Gast in West Virginia

Das Weltpfadfindertreffen in West Virginia ist eröffnet. Gestern trafen die rund 45000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder erstmalig alle zusammen, um gemeinsam das 24. World Scout Jamboree zu eröffnen. Mit dabei: Über 200 ÖsterreicherInnen, die aus allen Teilen der Republik in die USA angereist waren.

Absolutes Gänsehaut-Feeling herrschte gestern bei der Opening Ceremony im Bechtel Summit Reserve, einem der größten Pfadi-Zeltplätze der USA. Die drei austragenden Länderverbände, USA, Kanada und Mexiko eröffneten feierlich das World Scout Jamboree. Ein besonderes Erlebnis für Anna, Julia und Franzi, die als Vertreterinnen des österreichischen Kontingents beim großen Fahneneinzug die Fahnen für drei der teilnehmenden Länder tragen durften. „Es war ein unbeschreiblicher Moment, auf dem Weg zur Tribüne schlotterten mir sogar die Knie“, meint Anna, die die Fahne für Nord Mazedonien auf die Bühne trug. Auch Franzi, die die Österreichfahne schwenken durfte, zeigte sich überwältigt von der Eröffnungszeremonie: „Vor so vielen Menschen stehen zu dürfen, ist eine wahnsinnige Ehre.“ Hannah und Florian beobachteten das Geschehen von den ZuschauerInnenplätzen aus. Hier ihr Bericht:

Lautstark präsentierte sich jede Nation durch Singen, Schreien, Tanzen oder Rufe. Die Stimmung war gigantisch. Alle waren aufgeregt und freuten sich auf die Feier. Am Anfang der Zeremonie wurde jedes Land vorgestellt und jubelte dabei so laut wie möglich. Danach eröffneten die ZeremoniemeisterInnen der Hosting-Countries das Jamboree offiziell. Etwas später legte Bear Grylls einen legendären Auftritt hin: Er seilte sich von der Bühnendecke ab, erzählte uns etwas über Umweltschutz und sprach davon, wie toll wir PfadfinderInnen sind! Dabei wurde er mit Halstüchern beworfen.

Zum Abschluss trat noch eine Band auf, die mit guter Musik eine unglaubliche Stimmung verbreitete. Sie spielten unterschiedliche Melodien mit Drumsticks auf einer Leiter und sprangen dabei akrobatisch darauf herum. Mit Standmixern spielten sie einen Remix – im Dunkeln, denn die Mixer waren mit unterschiedlichen Farben befüllt und leuchteten.

Zur Überraschung von allen kam zum Finale eine großartige Lichtershow, welche wirklich atemberaubend war. Mit Hilfe von Drohnen, die unterschiedlich leuchteten, wurden ganze Wörter geschrieben und verschiedene Symbole an den Himmel gezaubert!

Wir nähern uns dem Ziel

Seit vier Tagen befindet sich das Österreichische Kontingent auf USA-Rundreise Richtung West Virginia, wo am 22. Juli das 24. World Scout Jamboree mit rund 46’000 TeilnehmerInnen aus über 160 Nationen stattfinden wird. Die Etappen führten die Jugendlichen von New York über Philadelphia nach Washington D.C.

Bei Platzregen in New York und Höchsttemperaturen in Philadelphia und Washington D.C. haben unsere 137 Jugendlichen bereits erste Jamboree-Luft schnuppern können. Am Times Square, in 540 Meter Höhe auf dem One World Trade Center, an der Grand Central Station, in Philadelphia vor der Liberty Bell, in Washington am Lincoln Memorial, auf dem Nationalfriedhof Arlington, vor dem Weißen Haus, neben dem Capitol, am Scout Memorial, natürlich auch im Air and Space Museum und – wer hätte es erwartet – in jedem Starbucks aller besuchten Städte: Überall wimmelt es von Pfadfinderinnen und Pfadfindern, die sich die Zeit noch mit Sightseeing vertreiben, bis der große Anreisetag ins Summit Bechtel Reserve ansteht.

New York, Philadelphia und Washington sind in jedem Fall eine Reise wert. Dennoch: Wir können es kaum erwarten, mit unseren vier Reisebussen im Summit Bechtel Reserve vorzufahren und das Weltpfadfindertreffen einzuläuten.

Vorbereitungswochenende: Trupp Kaiserschmarrn

Unser zweites Vorbereitungstreffen in Klosterneuburg ist jetzt auch vorbei und damit auch das wesentliche Programm vor dem Jamboree.
Hier gibt es eine kleine Zusammenfassung:

Angefangen hat unser Kurzlager schon am Freitagnachmittag, aber bis die letzten Nachzügler de waren, hat es noch bis neun gedauert. Danach haben wir unser Lagerfeuer entspannt mit Pizza genossen. Nach dem Pizzaessen wurde lautstark gesungen, in Begleitung einer Ukulele und einer Geige. Interessant war es sich mit den anderen auszutauschen und neue Lieder kennenzulernen, denn nicht jede Pfadfindergruppe kennt und singt dieselben Lieder. Lustig war auch, wenn manche eine andere Melodien zum selben Lied kannten, als man selbst. Ein bisschen chaotisch an manchen Stellen, aber definitiv spaßig. Nach fortgeschrittener Zeit entschieden sich einige schlafen zu gehen, während andere noch bis spät in die Nacht Karten spielten. Mir persönlich (Franzi) hätte es ja nicht geschadet, wenn die Nacht etwas wärmer gewesen wäre, aber da musste ich irgendwie durch…

Der nächste Morgen begann mit einem gigantischen, gemeinschaftlichen Frühstück: So ein Pfadi-Frühstück haben wir selten gesehen. Danach kam der weniger spannende Part, bei dem wir (in Patrullen eingeteilt) über unser Verhalten am Jamboree sprachen, bzgl. Respekt vor anderen Menschen, Kulturen und Komfortzone. Danach freuten sich alle schon auf den griechischen Salt, den ein paar von uns zubereitet hatten. Am Nachmittag war erst einmal chilllen angesagt. Vor dem Abendessen haben wir dann noch ein Geländespiel kennengelernt. Tatsächlich war es für alle ein neues Spiel, was es umso spannender machte. Bei dem Spiel wurden wir nicht nur sportlich gefordert, sondern auch geistig. Ohne Strategie konnte man nicht gewinnen, wie mein Team (Franzi) nach der 3. Runde feststellte.

Was wäre ein Lager ohne S’mores (Marshmallow, Schokolade mit zwei Leibnizkeksen, als Sandwich) und Steckerlbrot? Daher machten wir uns in Gruppen daran Stecken zu suchen, Teig und Abendessen vorzubereiten und uns danach am Lagerfeuer zu versammeln. Die ersten sind schon schlafen gegangen, als die Übrigen begannen Rätselspiele zu spielen.

Nach einer kurzen Nacht war mein Zelt zu faul, um für das Frühstück aufzustehen. Nach dem Frühstück ging es erst einmal ans Abbauen. Nicht so lustig, wenn es mittendrinnen zu nieseln anfängt und das Zelt nass wird. Während die einen schon den Pflock umher schossen (Pflöckeln -> sehr lustiges Pfadi-Spiel), bauten andere noch ab. Dann kam wieder ein Informationsteil, bei dem vor allem über den Lagerplatz, Programm, Dos and Don’ts geredet wurde. Zu Mittag gab es einen kleinen Kochwettkampf, wer den besseren Kaiserschmarrn machen würde. In den Patrullen begannen nun alle Eischnee um die Wette zu schlagen – gar nicht so leicht mit der Hand. Dass unsere Patrulle gewonnen hat, versteht sich natürlich von selbst ;). Alles abwaschen, eine Runde Ökoball (weniger lustiges Pfadi-Spiel), ein paar Runden Pflöckeln, die letzten – endlich trockenen – Zelte wegpacken und schon standen wir in der Abschlussrunde und verabschiedeten uns. Da an einem Sonntag die Öffis um Klosterneuburg nicht unbedingt die besten sind, suchte sich jeder, der nicht abgeholt wurde, noch kurzfristig eine Mitfahrgelegenheit. Damit war unser sehr leiwandes Wochenendlager auch schon vorbei.

Aus dem Wochenende mitnehmen konnten wir nicht nur Informationen, sondern auch neue Lieder, Spiele, Freunde und definitiv mehr Namen als letztes Mal. Sehr cool fanden wir es auch, dass unsere drei Leiter die Kritik von letztem Mal so gut umsetzten. 🙂

Franzi, Theo